Eine anschauliche Palmöl Liste

28 07 2011

Zugegeben, die Weiße Liste Palmöl hat es mir angetan. Da stecken verdammt viele Informationen drin. Leider sind diese aber wenig verbraucherfreundlich aufbereitet. Es ist schon eine Herausforderung aus den verschiedenen Listen der Umweltschutzorganisationen herauszulesen, welche Produkte zu vermeiden sind und welche nicht. Daher habe ich den Versuch gewagt und meine eigene Alltagsöko-Palmöl-Liste erstellt.

Gut, vollständig ist etwas anderes. Die Alltagsöko-Palmöl-Liste wird wohl auch nie vollständig sein können, da die Informationen darin eine Zusammenfassung der anderen Listen darstellen, die ebenfalls nicht vollständig sind. Außerdem lässt die Alltagsöko-Palmöl-Liste alle diejenigen Unternehmen außen vor, über die eh keine Informationen vorliegen. Aber ich glaube, dass sie dennoch eine gute Basis bietet, um die wirklich wichtigen Informationen heraus zu kriegen. Die Frage, um die es nämlich eigentlich geht, ist doch: Welche Produkte sind zu vermeiden, um den Regenwald zu retten?

Da eine lange Liste wenig anschaulich ist, waren die Leute von Youdaz.com so freundlich, mir die Daten mithilfe von IBM „Many Eyes“ grafisch aufzubereiten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Zusätzlich zu den Namen der Unternehmen haben wir Daten darüber gesammelt, wie viele Produkte das jeweilige Unternehmen bzw. die jeweilige Marke mit Palmöl oder ohne Palmöl produziert. Beim Sammeln der Daten sind wir davon ausgegangen, dass ein Unternehmen, welches von einer Umweltschutzorganisation negativ bewertet wurde, immer Palmöl verwendet wenn „Pflanzliche Öle“ angegeben wurden. (Wir gehen hierbei von der Annahme aus, dass Unternehmen, die sich der Palmölproblematik bewusst sind, ihre Produkte entsprechend kennzeichnen würden, wenn dem nicht so wäre. Wir gehen weiter davon aus, dass alle von den Umweltschutzorganisationen angeschriebenen bzw. bewerteten Unternehmen über die Palmölproblematik informiert wurden und sich daher darüber bewusst sind.)

youdaz - Anteil Palmöl und Wertung

Leider konnten wir Unternehmens- und Markennamen nicht immer klar voneinander trennen, da manche Unternehmen mehrere starke Marken haben, die in manchen Fällen auch von den Umweltschutzorganisationen einzeln untersucht wurden. Eine klare Abtrennung zwischen Unternehmen und Marken ist generell aber auch schwierig, da manche Marken eigene Tochterunternehmen mit Eintrag im Handelsregister sind, während andere einfach nur Label auf der Verpackung sind. Dennoch entsteht ein sehr eindeutiges Bild darüber, bei welchen Marken man vorsichtig sein sollte, oder zumindest mal genauer hinschauen sollte.

youdaz - Anteil Palmöl und Branche

Was generell auffällt ist, dass Süßigkeiten und Gebäck die Produktarten mit den größten Anteilen an palmölhaltigen Produkten sind. Wenn man die beiden Grafiken oben vergleicht, fällt einem auf, dass vor allem Unternehmen und große Marken aus den Branchen Süßwaren, Backwaren und Brotaufstriche von den Umweltschutzorganisationen negativ bewertet wurden. (Dies mag allerdings auch daran liegen, dass die Umweltschützer besonders den großen Unternehmen auf die Finger schauen)

youdaz - Produktarten

Leider lagen uns zu vielen negativ bewerteten Unternehmen nicht ausreichend Informationen vor, so dass wir zum Großteil positiv und negativ bewertete Unternehmen in unsere Grafiken aufgenommen haben. Aus dem gleichen Grund sind in unseren Grafiken ausgerechnet Palmöl-haltige Produkte in der Biokost Branche so zahlreich vertreten. Denn Unternehmen wie Alnatura nehmen eine klare Kennzeichnung ihrer gesamten Produktpalette vor, in der Palmöl-haltige Produkte ausgewiesen werden.

youdaz - Anzahl Unternehmen

Die Daten aus der Biokost Branche helfen immerhin dabei zu erkennen, welche Produktkategorien besonders häufig Palmöl enthalten: Das sind wie schon erwähnt Gebäck, Brotaufstriche und Cerealien (also Müsli und Cornflakes). Generell können auch Fertiggerichte, Milchprodukte, Kosmetik & Körperpflegeprodukte, sowie Fleischwaren teilweise Palmöl enthalten. In diesen Produktkategorien ist es aber scheinbar nicht besonders schwer auch ohne Palmöl auszukommen, da es genügend dieser Produkte gibt, die kein Palmöl enthalten. So ist z.B. in der Grafik unten zu sehen, wieviele Produkte der jeweiligen Kategorie untersucht wurden und wieviele davon Palmöl enthalten (bunter Anteil) bzw. kein Palmöl enthalten (grauer Anteil).

youdaz - Anzahl Produkte

Mein Fazit: Bei Fertiggerichten, Milchprodukten, Körperpflegeprodukten und Fleisch werde ich in Zukunft besonders darauf achten, keine Produkte zu kaufen, die nur unspezifisch „pflanzliche Öle“ enthalten, ohne genau zu beschreiben, welche Art von pflanzlichen Ölen. Das sollte recht einfach gehen. Bei Brotaufstrichen, Süßwaren und Backwaren muss ich mir wohl genau die paar Unternehmen und Marken merken, die auf der Weißen Liste als positiv stehen, oder die ein Biopalmöl Siegel haben. Und wahrscheinlich werde ich nicht drum herum kommen zumindest ab und zu in die Listen zu schauen.

Hier sind nochmal die Links zu den von youdaz.com erstellten interaktiven Grafiken. Dort könnt ihr mit den Daten rumspielen und noch weitere interessante Aspekte der Alltagsöko-Palmöl-Liste anschauen:

http://www-958.ibm.com/v/110837

http://www-958.ibm.com/v/110839

http://www-958.ibm.com/v/110838

Falls ihr weitere Informationen habt, die eurer Meinung nach noch in der Palmöl-Liste fehlen, seid ihr herzlich eingeladen, diese hier zu ergänzen. Ich freue mich schon auf euren Input.

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One response

24 11 2011
bio-erzgebirge blog » Regenwald für Palmöl

[…] sich tiefer damit befasst und die ‘Weiße Liste Palmöl’ grafisch aufgearbeitet. siehe HIER Dabei stehen auch Bio-Produzenten wie Allnatura, Allos und Denree im Vergleich. […]

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